
Erfahrungsberichte Einmal Akita - immer Akita! Oder nie wieder? Das wir als Akita Züchter von dieser Rasse begeistert sind, versteht sich von selbst. Auf dieser Seite möchten wir ihnen noch weitere Erfahrungen und Meinungen von Akita Besitzern näher bringen.
Herzlichen Dank an all jene die Zeit und Mühe auf sich nehmen, um einen Bericht über ihren Akita Inu zu schreiben.
Inhalt:
1) Erfahrungsbericht mit Akita Inu von Christiane Schober
2) Akita Inu – Ein Epilepsiehund? von Christiane Schober
3) Martin, Homo sapiens sapiens, Rüde 75kg & Aibo, Akita, Rüde 42Kg
4) Dominanz & Pupertät- Oder „hör mal wer da knurrt“
Erfahrungsbericht mit Akita Inu
Christiane Schober
Es ist jetzt schon über 10 Jahre her. Mein Mann und ich hatten damals eine eigene Zoohandlung. Das Hobby zum Beruf machen, das war unser Gedanke. Die Bereiche waren klar aufgeteilt, er Aquaristik und ich Hund, Katze, Maus. Mein Mann, der als Kind mehrmals von Hunden gebissen worden war, hatte eine wahnsinnige Angst vor den Vierbeinern. Ich dagegen war schon immer ein richtiger Hundefreak und konnte gar nicht genug Wissen darüber haben. Zu gerne hätte ich selbst einen eigenen Hund besessen, aber da war ja diese Angst meines Mannes. Eines Tages betrat ein junges Pärchen unseren Laden. Sie hatten zwei Hunde dabei, wunderschöne Tiere. Zu meinem großen Erstaunen interessierte sich sogar mein Mann für sie. Ich konnte diese beiden keiner mir bekannten Rasse zuordnen, was nichts heißen musste, man kann ja schließlich nicht alles kennen. Aus diesem Grund fragte ich welche Mischung diese beiden wären. Heute kann ich die leicht genervte Reaktion der beiden verstehen… „das sind Akis“… Was bitte? .... „Das sind Akita Inus“ …. Aha …. Diese Rasse kannte ich wirklich nicht und wir kamen sofort ins Gespräch. Wir saugten das Wissen über diese Tiere förmlich auf. Was mich persönlich am allermeisten faszinierte: Diese Hunde waren überhaupt nicht aufdringlich, sogar eher zurückhaltend. Sie lagen einfach da und strahlten viel Ruhe aus. „Die reden auch nicht mit jedem?“ Die Besitzer lachten und machten uns klar, dass das einer der vielen Vorteile dieser Rasse wäre. Aus dieser Begegnung wurde eine Freundschaft. Wir trafen uns oft und ich konnte beobachten wie auch mein Mann Vertrauen zu diesen beiden fasste. Angetan hatte es ihm der Rüde. Er war ein amerikanischer Akita. Stattliche Größe, genialer Charakter.
Als sich das Pärchen trennte, verblieb der Rüde bei unserer Freundin und die Hündin bei ihrem Mann. Von ihm haben wir leider nicht mehr viel gehört, aber die Freundschaft zu Carmen und Big blieb über viele Jahre bestehen. Wir lernten einen Hund kennen, der nicht einfach nur ein Hund war. Big hatte einen schwer beschreibbaren Charakter. Er konnte mit seinen Blicken Steine erweichen. Er war zärtlich und liebevoll. Er war sehr folgsam (was man der guten Erziehung von Carmen zugute halten musste), er war ein großer Beschützer. Er gehörte zur Familie. Er wuchs mit unserem Sohn auf und es hätte sich niemand an unser Kind heranwagen dürfen. Er war immer für einen da, ohne aufzufallen. Er war beliebt. Er erweckte Aufsehen. Er sah aus wie ein „Teddy“ und sein Gemüt war fast vergleichbar. Aber: Er war auch kräftig, dominant. Er mochte keine anderen Rüden. Und Katzen konnte er auch nicht wirklich leiden. Er brauchte eine konsequente Hand. Er brauchte Aufmerksamkeit. Er wollte immer dabei sein, blieb aber auch mal alleine zu Hause.
In all den Jahren haben wir gelernt, dass ein Akita Inu ein besonderer Hund ist. Ein Hund der dein Herz und deine Seele berührt. Ein Hund den du niemals vergessen wirst. Ein Hund der süchtig macht. Aber ein Aktita Inu ist niemals ein Hund für Jedermann. Kein Hund für Anfänger. Kein Hund den man nach seiner Optik aussuchen sollte.
Irgenwann, nach ein paar Jahren wollte ich endlich meinen eigenen Hund. Mein Mann sagte: „Wenn dann so einen wie Big“. Aber ein Akita war uns (eigentlich meinem Mann) damals zu groß. Nach einigen Nachforschungen kamen wir auf den Shiba Inu, den wir uns auch anschafften. Ein Akita in Kleinformat. Unser Shiba wuchs mit Big auf und lernte sehr viel von ihm. Er glich ihm von Tag zu Tag mehr. Die beiden passten auch toll zusammen. Und wenn unser Kleiner dem „Großen“ mal zu aufdringlich wurde, dann hat Big ihn kurz korrigiert und es war wieder alles gut.
Uns waren noch einige gemeinsame Jahre geschenkt. Jahre die wir niemals missen möchten. Big hat uns viel gelernt. Wir haben auch von ihm gelernt, wie schwer es ist Abschied nehmen zu müssen. Das dieses Wesen eine große Lücke im Leben eines Menschen hinterlassen kann. Als Big vor ca. 2 Jahren starb, war das ein herber Verlusst.
Wir hatten uns in der Zeit als Big noch lebte einen 2. Hund angeschafft. Eine Mischlingshündin, die leider im Alter von 5 Jahren wegen schwerer HD eingeschläfert werden musste. Erst der Verlusst des Akitas und dann unserer Hündin. Es blieb nur unser Shiba Inu übrig. Eigentlich wollten wir keinen 2. Hund mehr. Bei unseren Recherchen für ein Hundebuch sind wir auf eine Homepage aus der Schweiz gestoßen. Schnell entflammte die Sehnsucht wieder. Als wir dann auch noch erfuhren, dass es bald Welpen geben sollte, naja, da haben wir uns zusammengesetzt und lange überlegt. Pro und Contra. Mit der Erfahrung und dem Wissen das wir hatten, viel uns die Entscheidung nicht wirklich schwer. Pro besiegte Contra.
Im Sommer dieses Jahres fuhren wir dann ins schöne Luzerner Hinterland um unseren Bengoshi abzuholen. Wir waren nervös und freudig zugleich. Wir haben diese Entscheidung noch keine Sekunde bereut. Unser Akita Rüde ist nun fast acht Monate alt. Er ist gerade in der berühmten Pupertät, aber wenn man weiß wie man es machen muss, dann übersteht man diese Phase ganz gut. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zukunft mit ihm. Er ist ein toller Hund. Mit unserem Shiba kommt er recht gut klar. Manchmal ärgert Bengoshi den Kleinen, der eigentlich der ältere ist. Dann muss man Ruhe bewahren und die Fronten klären, damit sie sich nicht streiten. Aber das sind Kleinigkeiten. Bengoshi mag jetzt schon keine anderen Rüden, aber wir wussten auf was wir uns einlassen und somit ist sein Verhalten für uns völlig normal.
Wenn wir unseren Akita in ein paar Stichwörtern beschreiben sollten?
Wesensstark, treu, mutig, stolz, eigensinnig, verschmust, liebevoll, wachsam, dominant, charmant, verspielt, klug, dass alles würde ihn wohl am besten beschreiben.
Was wir zukünftigen Aktia Inu Besitzern mit auf den Weg geben möchten?
Lassen Sie sich nicht durch seinen Charme um den Finger wickeln. Der Aki ist ein Hund der eine konsequente Führung braucht. Ihre Geduld wird manchmal auf eine harte Probe gestellt. Sie müssen immer schneller denken als ihr Hund. Sie müssen vorausschauend sein. Sie werden zu 90% „im Exil spazieren gehen“. Es ist selten, dass Sie Ihren erwachsenen Akita mit fremden Hunden spielen lassen können. Es kann sein, dass Sie Ihren Akita hauptsächlich an der Leine führen müssen, da diese Rasse einen starken Jagdtrieb haben kann. Suchen Sie den Züchter sehr gut aus. Von Tieren aus einer Zwingerhaltung raten wir strickt ab. Ein guter Züchter zählt Ihnen auch die Nachteile auf.
Wenn Sie nun bereit sind alle Nachteile in Kauf zu nehmen (bis an das natürliche Lebensende Ihres Tieres), dann haben Sie es auch verdient Ihr Leben mit einem Akita zu teilen!
Akita Inu – Ein Epilepsiehund?
Christiane Schober
Als mein Mann 1998 seinen ersten epileptischen Anfall bekam, war das nicht nur ein Schock, sondern stellte unser Leben total auf den Kopf. Es hat sich einfach alles verändert. Mein Mann war immer ein sehr selbständiger Mensch der mit beiden Beinen im Leben stand. Das war nun vorbei. Die Angst vor dem nächsten Anfall führte dazu, dass Ausflüge, Unternehmungen, Shoppingtouren, ja sogar das alleine bleiben in den eigenen vier Wänden zur absoluten Herausforderung wurden. Man wusste ja nie, wann, wo und wie ein Anfall auftreten konnte. Das Leben wurde unsicher und nahm meinem Mann jegliche Selbständigkeit und dadurch jegliches Selbstwertgefühl.
Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir schon unseren Shiba Inu Rüden. Dieser reagierte sehr sensibel während eines Anfalls. Er legte sich neben ihn und stubste immer mit der Nase, als ob er prüfen würde ob mein Mann wieder reagiert. Einige Zeit später bekamen wir dann eine Mischlingshündin (Husky-Schäfer-Collie). Diese Hündin zeigte ganz neue Züge: Sie warnte mich schon BEVOR der Anfall kam. Diese „Alarmanlage“ verhalf meinem Mann und mir, dass Leben mit der Krankheit Epilepsie besser leben zu können, da wir nun schon vorher wussten, wenn sich ein Anfall anbahnte. Sie lief dann aufgeregt zwischen meinem Mann und mir hin und her. Bellte leise und gab erst wieder Ruhe, wenn ich mit ihr mit kam und die „Wache“ übernahm. Am Anfang dachten wir an Zufälle, aber sie kündigte wirklich jeden Anfall garantiert an. Von diesem Zeitpunkt an informierten wir uns mehr über dieses Phänomän und konnten feststellen, dass es sogar richtig ausgebildete „Epilepsiehilfehunde“ gab. Meist konnte ich aber nur vom Golden Retriever oder Labrador Retriever lesen. Da diese Rassen auch schon zum Blindenhund ausgebildet werden, lag es wohl nahe, diese auch für diesen Zweck zu trainieren. Das unsere Hündin und unser Shiba eine „Reaktion“ zeigten war dann wohl Zufall? Oder Glück?
Als unsere Hündin vor einem Jahr starb, war das ein wirklich herber Verlust. Es ist immer schlimm eine Familienmitglied zu verlieren, aber sie war schon was besonderes….
Im Frühjahr 2005 entschieden wir uns nach langem überlegen, einem Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Wir holten uns einen Akita Inu. Im Leben haben wir nicht an die Möglichkeit gedacht, dass dieser Akita vielleicht ein Nachfolger für unsere Hündin werden könnte, weder von ihrer Art, noch von dem Phänomen der „Frühwarnung“. Es blieb bis dahin einfach ein Zufall, dass wir so einen Hund hatten.
Unser Akita – Welpe lebte sich wirklich schnellstens bei uns ein. Nach kurzer Zeit war es so, als ob er schon Jahre bei uns leben würde. Es kam der Tag, an dem wir beim Grillen auf der Terrasse saßen: Bengoshi stand plötzlich auf und legte sich direkt an die Füße meines Mannes. Nichts außergewöhnliches könnte man denken, jedoch lag er zuvor im Schatten und wählte plötzlich den Platz in der heißen Sonne. Ich nahm das mit einem „aha“ zur Kenntnis, bis mein Mann plötzlich einen Anfall bekam. Unser Akita fing an sich an ihn zu drücken, ihm die Hände zu lecken, seinen Kopf auf seine Beine zu legen. Es war so als wollte er zu meinem Mann sagen. „Dir wird nichts geschehen, nicht solange ich an deiner Seite bin.“ Mir stiegen die Tränen in die Augen. Ich konnte das nicht fassen. Ich lobte ihn überschwänglich. Er war doch erst 11 Wochen alt. Wieder dachte ich an einen Zufall – bis zum nächsten Anfall. Er sprang sofort auf, drückte sich an meinem Mann, leckte ihm die Hände, legte seinen Kopf auf die Beine und blieb ganz ruhig bei ihm, bis er wieder zu sich kam. Ich lobte dieses Verhalten wieder. Mittlerweile ist unser Akita fast 9 Monate. Er zeigt dieses Verhalten weiterhin. Ich bestärke in darin. Vielleicht wird er auch mal einen Anfall vorab spüren können, selbst wenn nicht – für meinen Mann ist es ein Sicherheitsgefühl – Er wird beschützt, von 37 Kilo Akita und er kann sich jetzt sicher sein: Ihm wird nichts geschehen, nicht solange er an seiner Seite ist!!!
Martin, Homo sapiens sapiens, Rüde 75kg & Aibo, Akita, Rüde 42Kg
Martin Bolt
Wie schön waren die Zeiten, als man ohne vorher zu planen so spontan irgendwo hingehen konnte. ins Kino zum Kollegen oder schnell mal zum Patenkind einen Besuch abstatten. Doch aus dem kleinen Akita wurde schnell ein stattlicher, selbstbewusster und charakterlich entwickelter Hund. Neben der eindrücklichen Grösse zaubert seine meist eher distanzierte und abwartende Art zu Fremden nicht dasselbe gewinnbringende Lächeln des Gegenübers hervor, wie z.B. bei einem zu jedem schwänzelnden und sich anbietenden Hund.
Der erste Kontakt verläuft nach den üblichen Statements/Fragen wie: «wouw schöner Hund»/«ist das ein Husky?» eher zurückhaltend und mit einem zögernden «ist er ein lieber?» und das ist auch gut so. Mein Aibo mag sich nämlich nicht von jedem betatschen… einige Leute bezeichnen diese Reaktion vielleicht als «nicht zutraulich» und «abweisend» – ich würde es eher als «gleichgültig, reserviert bis uninteressiert bezeichnen. Warum sollte man es ihm denn anlasten, dass er sich nicht von allen gleich kraulen und abknutschen lassen möchte. Ich mag mich zu meiner pubertierenden Zeit sehr gut daran erinnern, als mich gewisse Tanten mit ihren übergeschminkten Gesichtern abschmatzen wollten und ich mit einem widerwilligen «Ähhhh... nicht schon wieder» mich zu wehren wusste. Später hat man dann dem Brauch zuliebe mit einem gequälten Grinsen hingehalten. Aber eben mein «kleiner» ist in der Pubertät und das ist bei jedem Lebewesen eine spezielle Zeit. 1 x Wuff ich bin hier… DAS ist sein Auftritt, man gönne ihm dies kulanterweise, denn zu Hause hat er ja wieder zu kuschen. Manchen Männern kommt das vielleicht etwas bekannt vor.
Mein Aibo ist jetzt 1 1/2 Jahre alt und langsam beginne ich sein Wesen zu verstehen. Was fälschlicherweise als Trotz empfunden wird ist ein starker Charakter, anspruchsvoll wie ein Klavier, das erst mit den richtigen Anschlägen schön zu spielen Beginnt. Zeitweise gehe ich mit Unterstützung der Steffens in die Musikstunde.Ein Element, eine Lehre und prägnante Erfahrung für mich in Sachen Erziehung, möchte ich hier kurz anschneiden. Mein Aibo hat ein einziges mal mit ca. 3 Monaten geknurrt, als ich ihm seinen Fressnapf wegnehmen wollte. Seitdem muss er Sitz machen und vor dem Fressnapf warten bis ich ihm das «Nimm» Kommando gebe. Das kann von 10 Sek. bis 3 Min. gehen... je nachdem wie der Zustand (Dreck/Haare) meines Bodens gerade ist… erfahrene Akita Besitzer wissen wie viel, in den 3 Minuten des Wartens, aus einer Akitaschnauze tropfen kann. Doch seit etwa 2 Wochen hat meine Kollegin einen Riesenknochen aus Deutschland mitgebracht, welcher jeden Tag als Belohnung an ihn kredenzt wird. Natürlich muss ihm einer von uns denselben wieder wegnehmen, denn das Riesen-Teil kriegt selbst Aibo nicht so schnell durch und eine Stunde reicht völlig. Nun hat es sich so verhalten, dass ich jeweils der «Böse» war, welcher ihm immer den Knochen weggenommen hat – sie hat ihn ihm gegeben und ich… naja! Eines Tages hörte ich dann das Geräusch, welches ich nie mehr gegenüber mir vernommen hatte. Also ehrlich gesagt... mein kleiner «Pelzarsch» hat mich überrascht und ich wusste erst einmal nicht wie ich darauf gebührend reagieren sollte, weil man liest ja Sachen wie: «nie darf der eigene Hund einem anknurren, man sollte ihn sofort unterwerfen, runterdrücken u.ä.» Upps dachte ich, denn mein 42kg Rüde stand ziemlich stabil auf allen Vieren und zeigte mit seinem Blick, unmissverständlich untermalt mit anderen furchteinflössenden Tönen, seine Bereitschaft den Knochen behalten zu wollen, er ging also auf «DEFCON-3».
Nun zurück zum Klavierspieler, was sollte ich tun? Meine erste Lösung war vorprogrammiert, weil ich es nicht besser wusste: «Aus !!!» Man stelle sich vor, dass sich meine Hand dabei dem Knochen zustreckte und diesen fest umschloss – Der «kleine Pupser» entdeckte daraufhin jedoch einige neue Töne in seinem Repertoire und steigerte seine Bereitschaft auf «DEFCON-2» – Hat also so nicht funktioniert und nun? Blufft er, oder setzte ich mich (im schlechteren Falle) mit einem möglichen Kampf, welchen ich unmöglich gewinnen kann, auseinander… Ich entschied einen anderen Weg einzuschlagen, weil ich der Meinung bin, dass Intelligenz stärker ist als brachiale Gewalt. Darum bin auch ich hinter der Leine und Aibo leckt mir die Hand! Ich ging also etwa 5 Schritte zurück und stand Aufrecht in meinen Schuhen und sprach mit ernster Stimme «Aibo Knochen Aus, komm zu Papi», er darauf Uahhchchch ehehehchchciiii***-Nein. Die Wiederholung der Aufforderung brachte einen Schritt zu mir... die darauf folgende Wiederholung erneut einen usw. Erstaunt war ich aber, dass er überhaupt bereit war seinen Knochen abzulegen und zu mir zu kommen... ich konnte erkennen, dass ich sehr wohl Autorität über ihn Besitze oder anders gesagt habe ich in seinen Augen das Leader-Recht und sein Vertrauen ihn zu führen, so dass er Kommandos von mir ausführen möchte. Kompliziert aber er funktioniert offenbar so...
Nach einigen Tagen des Übens und dem täglichen Kampf seinerseits den Knochen nicht abgeben zu wollen (untermalt mit herzzerreißenden, noch nie gehörten Schmerztönen) hatte ich die perfekte Lösung für mich und meinen Hund Aibo gefunden nämlich:
Nicht die Hand geht zum Knochen sondern der Hund kommt zu mir und lässt den Knochen in meine Hand fallen. So simpel und ohne Stress für Beide kann die Lösung sein. Ohne murren kommt er nun zu Papi und lässt den Knochen fallen. Kein unterwerfen, kein runterdrücken, zerren und schreien u.ä. war die Lösung, sondern der Umgang auf Augenhöhe respektvoll mit einem Hund der in meinen Augen eine besondere, ja fast uralte Seele Besitz und dies auch weiss. Jemand sagte mir einmal: «der Akita macht «fast» alles für einem aus Liebe aber niemals mit Gewalt» dem möchte ich mich definitive anschliessen. So nun gehe ich wieder in die «Klavierstunde», der kleine möchte etwas rennen.
Dominanz & Pupertät- Oder „hör mal wer da knurrt“
Christiane Schober
Das die erste pupertäre Phase beim Akita Inu so zwischen dem 8 – 12 Lebensmonat kommen würde war uns durchaus bewusst. Auch das in dieser Zeit unser „kleiner Rocker“ versuchen würde unsere Autorität bzw. Kommandos in Frage zu stellen. Wir waren praktisch auf alles gefasst und gut vorbereitet.
Naja, bis zu dem Tag als unser Riesenbaby seinen Kalbsknochen mit einem lautstarken knurren verteidigte. Ziemlich blöd habe ich da schon geschaut – hat mich mein „Süßer“ noch niemals angeknurrt. Aber nun?... was für eine Frechheit! Ich habe ihm erstmal ziemlich deutlich klar gemacht, dass er sich jetzt absolut daneben benommen hat, was ihn nicht wirklich beeindruckte. Ich befahl ihm daraufhin auf seinen Platz zu gehen, selbstverständlich ohne Knochen, was ich mit einem sehr deutlichen „aus“ zu erkennen gab. Mit der typischen „Akita – Gedenk – Minute“ ließ er gaaaaanz langsam den Knochen fallen und begab sich nooooooch langsamer auf seinen Platz. GEWONNEN, dachte ich mir. Ich lobte ihn und legte den Knochen weg.
Zwei oder drei Tage später wollte unser „Teenager“ den Besuch begrüßen und das ziemlich stürmisch. Mein Mann nahm ihn am Brustkorb und bremste ihn aus. Die Reaktion: ein deutliches Knurren. Das ist ja wohl die Höhe, was bildet sich dieser Flegel da nur ein. Also wieder – schimpfen – auf den Platz schicken – loben – GEWONNEN!
Wer nach diesen Zeilen glaubt, dass dieser Hund gelernt hätte, dass er mit seinem Knurren nichts erreicht, außer getadelt und auf den Platz verwiesen zu werden, der irrt sich aber sowas von gewaltig.
Bengoshi wurde richtig aufmüpfig. Ein menschlicher Jungendlicher hätte mit den Eltern diskutiert – Er hat geknurrt.
JETZT mussten wir handeln. Sich auf einen körperlichen Kampf einlassen – dass können Sie bei fast 40 kg. Lebendgewicht absolut vergessen. Das wäre wohl David gegen Goliat – wobei Sie David wären und der Hund Goliat, das dürfen Sie mir glauben. Also: Schlauheit gegen Kraft.
Wir entzogen ihm erst mal Sonderprivilegien, wie z.B. das abendliche Kuscheln mit Frauchen auf dem Sofa – NIX MEHR SOFA.
Wir entleerten sofort die Futterschüssel – NIX MEHR FUTTER WANN HUND ES WILL UND OHNE DAFÜR ZU ARBEITEN.
Ab sofort gab es die tägliche Trockenfutterration nur noch aus einer Bauchbeuteltasche. Auch musste er vorher etwas dafür tun, z.B Sitz oder Platz oder gib Pfote machen. Er musste sich sein Futter erarbeiten und es gab nichts mehr selbstverständlich. Er lernte innerhalb von 24 Stunden, dass wir diejenigen sind, die seinen knurrenden Magen sättigen. Hat er gebettelt, haben wir das ignoriert.
Diese Methode haben wir ganze 3 Monate durchgehalten und unserem mittlerweilen wieder „Süßen“ ziemlich deutlich klar gemacht, dass es für gutes Benehmen Sättigung gibt. Für schlechtes Verhalten bleibt man hungrig. Eigentlich hat er sich in der gesamten Zeit nicht ein einziges mal schlecht benommen. Ganz im Gegenteil.
Dieses Futter aus der Tasche geben, kann ich nur jedem empfehlen, der mit seinem Hund ein Problem in dieser Richtung hat. Hierzu müssen aber wirklich alle Familienmitglieder mitmachen. Niemand darf versehentlich doch die Schüssel füllen.
Halten Sie durch – es lohnt sich in jedem Fall.
Christiane Schober
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